Legt Karten oder Zettel aus und sammelt Worte: Freundlichkeit, Mut, Konzentration, Humor. Sortiert, klebt, diskutiert. Baut daraus drei Sätze, die jeder versteht und unterschreiben würde. Hängt sie an die Tür. Einmal pro Woche ein kurzer Check-in: Was passte gut, was brauchen wir nächste Woche, wer bringt eine Idee mit?
Wenn das Handy in einen gemeinsamen Korb am Eingang wandert, bedeutet das nicht Verbot, sondern Willkommen. Wer heimkommt, wird zuerst gesehen, nicht der Bildschirm. Mehr Wirkung entsteht, wenn Kinder das Ritual mitgestalten: Sie malen Schilder, bestimmen Farben, erfinden Begrüßungen. Beteiligung verwandelt Vorschriften in Eigentum, und Eigentum weckt Fürsorge, die von innen hält.
Authentisch wird es, wenn die Großen eigene Grenzen ernst nehmen. Flugmodus in Familienzeiten, keine Ausnahmen beim Abendessen, ein kurzer Hinweis, wenn Arbeit wirklich ruft. Ein Vater aktivierte „Nicht stören“ täglich um 18 Uhr; nach zwei Wochen erinnerte ihn seine Tochter liebevoll, und beide lächelten, bevor sie gemeinsam kochten.
Definiert zwei feste Blöcke pro Tag, etwa nach Hausaufgaben und nach dem Abendessen, jeweils kurz und fokussiert. Ein analoger Timer auf dem Tisch nimmt Diskussionen die Dramatik. Eltern behalten Flexibilität bei besonderen Anlässen, kündigen Änderungen aber rechtzeitig an. Sichtbare Pläne an der Wand wirken ruhiger als spontane Entscheidungen im Eifer.
Legt Räume fest, in denen Geräte grundsätzlich ruhen: Esstisch, Schlafzimmer, Badezimmer, kurze Autofahrten. Kleine Schilder erinnern freundlich. Für Ausnahmen gibt es eine wertvolle Karte pro Woche, die bewusst eingesetzt wird, etwa für einen wichtigen Anruf der Oma. Knappheit schafft Achtsamkeit und entlastet Diskussionen, weil der Rahmen schon vorher gemeinsam akzeptiert wurde.
Kinder brauchen andere Leitplanken als Jugendliche. Definiert altersgemäße Apps, Uhrzeiten und Verantwortlichkeiten, die mit Vertrauen wachsen. Ein Stufenplan mit klaren Kriterien – erledigte Aufgaben, respektvoller Ton, pünktliche Abgabe – erleichtert Fortschritte. Wer zuverlässig handelt, gewinnt neue Freiheiten. Wer stolpert, kehrt gelassen zur vorherigen Stufe zurück, ohne Schuldgefühle, begleitet von konstruktiven Gesprächen.